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Ein Redaktionsplan,
den du auch durchhältst

Die meisten Redaktionspläne scheitern nicht am Aufbau, sondern an der Menge. Wer sich fünf Beiträge pro Woche vornimmt, hört nach drei Wochen auf. Hier steht, wie du in etwa einer Stunde einen Plan aufsetzt, der ein halbes Jahr trägt — plus eine Vorlage zum Herunterladen.

Was ein Redaktionsplan ist — und was nicht

Ein Redaktionsplan ist eine Liste: Datum, Kanal, Thema, Format, Text, Bild, Status. Mehr nicht. Er ist kein Konzept, keine Strategie und kein Werkzeug, das du kaufen musst. Eine Tabelle reicht.

Sein einziger Zweck: Du sollst am Dienstagabend nicht mehr überlegen müssen, was du postest. Die Entscheidung ist schon getroffen — vor drei Wochen, als du Zeit dafür hattest.

Was er nicht leistet: Er ersetzt keine Bilder. Der häufigste Grund, warum ein gut gebauter Plan trotzdem leer bleibt, ist fehlendes Material. Deshalb gehört in jede Zeile eine Spalte „Bild vorhanden — ja/nein“, und deshalb ist Materialsammeln der eigentliche Termin im Kalender, nicht das Posten.

Wie oft du posten solltest

Die ehrliche Antwort: seltener, als dir alle sagen. Für einen Betrieb mit lokaler Kundschaft sind zwei Beiträge pro Woche ein Wert, den man ein Jahr durchhält. Vier sind besser, wenn Material da ist. Sieben sind für fast jeden kleinen oder mittleren Betrieb der sichere Weg zum Abbruch nach einem Monat.

Wichtiger als die Zahl ist die Gleichmäßigkeit. Zwei Beiträge jede Woche schlagen zehn in einer Woche und danach sechs Wochen Stille — für die Plattform und für den, der dein Profil aufmacht und schaut, ob der Laden noch existiert.

In fünf Schritten zum Plan

01

Schreib auf, wen du erreichen willst

Ein Satz, keine Persona-Sammlung. „Hausbesitzer zwischen 40 und 65 in Pankow, die ein altes Bad haben.“ Danach ist jede Themenentscheidung leichter.

02

Wähle einen Kanal

Nicht drei. Den Kanal, auf dem deine Leute wirklich sind. Ein gepflegter Kanal schlägt drei halbtote.

03

Lege deine Rubriken fest

Vier bis sechs wiederkehrende Beitragsarten. Rubriken sind der Trick, mit dem der Plan sich fast von selbst füllt — du entscheidest nicht mehr „was poste ich“, sondern „welche Rubrik ist dran“.

04

Trag zwölf Wochen ein

Datum, Rubrik, Thema. Text und Bild kommen später. Mit einer Rubrikenliste dauert das etwa zwanzig Minuten.

05

Setz dir einen Materialtermin

Freitag, zehn Minuten, Fotos vom Handy in einen Ordner. Das ist der Termin, an dem der Plan steht oder fällt — nicht der Posttermin.

Sechs Rubriken, die in fast jedem Betrieb funktionieren

01

Vorher / Nachher

Die stärkste Rubrik im Handwerk und in jedem Gewerk mit sichtbarem Ergebnis. Braucht Disziplin: das Vorher-Foto machen, bevor angefangen wird.

02

Wie es gemacht wird

Ein Arbeitsschritt in dreißig Sekunden erklärt. Zeigt Können, ohne dass jemand von Können reden muss.

03

Die Frage, die ständig kommt

Sammle die Fragen, die dir Kunden am Telefon stellen. Jede ist ein Beitrag — und jede spart dir das nächste Telefonat.

04

Wer hier arbeitet

Ein Gesicht, ein Name, ein Satz. Wirkt gleichzeitig nach außen und in der Bewerbersuche.

05

Was schiefgeht

Der Fehler, den Kunden regelmäßig machen, und was er kostet. Ehrlichkeit ist auf Social Media eine der wenigen Abkürzungen, die es wirklich gibt.

06

Der Alltag

Der Wagen morgens, das Wetter auf dem Dach, die volle Werkstatt. Kein Verkauf, nur Anwesenheit. Diese Rubrik hält den Kanal am Leben, wenn nichts Spektakuläres passiert.

Die Vorlage

Die Spalten der Vorlage

  • Datum und Uhrzeit
  • Kanal
  • Rubrik
  • Thema in einem Satz
  • Format (Bild, Karussell, Kurzvideo, Story)
  • Bildunterschrift
  • Bild oder Video vorhanden — ja/nein
  • Status (geplant, fertig, veröffentlicht)

Drei Regeln, die den Plan retten

  • Plane nie mehr als zwölf Wochen im Voraus. Alles darüber wird ohnehin umgeworfen.
  • Lass jede vierte Zeile leer. Der freie Platz ist für das, was spontan passiert — und das ist meistens der beste Beitrag des Monats.
  • Wenn eine Zeile zwei Wochen auf „Bild fehlt“ steht, streich sie. Ein Plan mit Karteileichen wird nicht mehr geöffnet.

Zwölf Wochen mit zwei Beiträgen pro Woche, Rubriken schon eingetragen, jede vierte Zeile bewusst frei. Öffnet sich in Excel, Numbers und Google Sheets. Ohne E-Mail-Adresse, ohne Anruf danach.

Häufige Fragen

Wie sieht ein guter Redaktionsplan aus?

Wie eine Tabelle mit acht Spalten und zwölf Wochen Zeilen. Alles, was komplizierter ist, wird nach vier Wochen nicht mehr gepflegt.

Brauche ich ein Tool dafür?

Nein. Eine Tabelle in Excel oder Google Sheets reicht für jeden Betrieb mit einem oder zwei Kanälen. Planungswerkzeuge lohnen sich ab etwa fünf Kanälen oder wenn mehrere Leute gleichzeitig daran arbeiten.

Wie plane ich Social-Media-Beiträge im Voraus?

Instagram und Facebook können Beiträge selbst vorplanen — kostenlos über die Meta Business Suite. Du schreibst also einmal im Monat alle Beiträge und legst die Termine fest; danach läuft es ohne dich.

Wie weit im Voraus soll ich planen?

Zwölf Wochen für die Themen, vier Wochen für die fertigen Texte und Bilder. Weiter vorne wird es ungenau, näher dran wird es hektisch.

Was mache ich, wenn mir die Themen ausgehen?

Dann fehlen dir keine Ideen, sondern Rubriken. Geh die sechs oben durch und frag dich bei jeder: Was aus dieser Woche passt hier rein? Meistens fallen dabei drei Beiträge an, an die du nicht gedacht hättest.

Keine Zeit, den Plan auch zu füllen?

Wir übernehmen die Kanäle komplett — Plan, Beiträge, Kommentare.